Vorträge an der TU – Breaking Bad

­­breaking badAn der TU gibt es immer wieder interessante Veranstaltungen oder Vortragsreihen außerhalb der regulären Vorlesungen. Dazu gehören zum Beispiel der Science Slam oder die Aktionstage des Studentenrats. Am 15.5. hat das Jungchemikerforum Dresden mit Unterstützung des JFC Freiberg einen Vortrag von Frau Prof. Donna Nelson im HSZ organisiert. Frau Nelson berichtete über ihre Beteiligung als wissenschaftliche Beraterin an der Kultserie Breaking Bad. Ihre Empfehlung an die Zuhörer: “Dream BIG. If you shoot for mars you may hit the moon”. Ein Rat, den man auch als StipendiatIn im Hinterkopf behalten sollte.

Die Serie Breaking Bad um den Chemielehrer Walter White, der an Lungenkrebs erkrankt und beginnt Methamphetamin (Crystal) herzustellen und an Dealer zu verkaufen, um die finanziellen Probleme seiner Familie zu beheben, ist nicht nur unter Chemikern Kult. Laut serienjunkies.de sahen in den USA 10,3 Millionen Zuschauer das Finale der 5. Staffel. Wie aber kommt eine Professorin der Organischen Chemie an der University of Oklahoma dazu, an einer Fernsehserie mitzuwirken, in der es um Drogen geht?

Begegnung von Fiktion und Wissenschaft

Der Auslöser war ein Artikel über die Serie in einer Fachzeitschrift der American Chemical Society. In diesem bat der Serienschöpfer Vince Gilligan um Kommentare und Anregungen von Wissenschaftlern mit chemischem Hintergrund. Frau Nelson entschied sich dazu, ihre Hilfe anzubieten. Während des Vortrags betonte Sie immer wieder die Wichtigkeit solcher Gelegenheiten. Alle Menschen würden täglich von den Errungenschaften der Wissenschaft profitieren, aber nur die wenigsten wären sich bewusst, dass sich dahinter die Arbeit und Kreativität einer Vielzahl von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachgebiete verbirgt. Vince Gilligan nahm das Angebot dankbar an und so stieß Frau Nelson zum Ende der ersten Staffel als wissenschaftliche Beraterin zum Breaking Bad-Team.

Sie berichtete von ihrem ersten Treffen mit dem Creative Team von Breaking Bad und erzählte, welche Fragen ihr im Laufe der Zusammenarbeit gestellt wurden: Wie kommt man dazu, Chemiker zu werden? Wie kann man die Nomenklatur von Alkenen erklären? Was ist ein Precursor? (Diese Frage beantwortete sie während der Dreharbeiten zur zweiten Stafel und sie wies auf die Häufigkeit hin, mit der dieses Wort darauf in den Dialogen auftauchte.) Könnte sehr reines Methamphetamin blau sein? (Nein.) Sie schilderte auch, dass die Auswahl von einem in der Serie beschriebenen Reagenz nicht unbedingt nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen muss, sondern manchmal auch einfach danach, welcher Chemikalienname leichter auszusprechen ist.

So realistisch wie möglich

Manche Fakten wurden auch bewusst verändert. Teils war dies dem Spannungsaufbau geschuldet, teils der Drogenproblematik. Die Serie solle kein Kochbuch für Methamphetamin sein, erklärte sie. Aber wo es möglich war, hielten sich die Macher der Serie an die wissenschaftlichen Fakten. Beamte von der Drogenfahndung halfen dabei, die Filmsets möglichst realistisch zu gestalten, da sie wussten, wie reale Crystal-Labore aussehen.

Frau Nelson ist zurzeit auf einer Vortragstour durch Deutschland. Ihre Mitwirkung an der Serie war unentgeltlich. Sie sagte, es wäre ihr wichtiger, einen ersten Schritt zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Filmindustrie und Wissenschaftler bzw. wissenschaftlichen Beratern gemacht zu haben. Zum Abschluss appellierte sie noch einmal an die Zuschauer, Chancen wahrzunehmen und wenn möglich Einsatz für eine positive Darstellung der Wissenschaft in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Wir als StipendiatInnen repräsentieren einen Teil dieser Wissenschaftler, die von vielen vielleicht mit Vorurteilen betrachtet werden. Und vielleicht erhält auch einer von uns einmal die Chance, zur Popularität seines Fachgebietes beizutragen. Die Zahl der Chemiestudenten scheint nach Breaking Bad gestiegen zu sein, meinte Frau Nelson.

 

– Lydia Behring –

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