Flüchtlingslager als temporäre Städte – Deutschlandstipendiat plant Forschungsreise nach Tschad

fluehtlingslagerTobias Kusian studiert Architektur an der TU Dresden und wird seit dem Wintersemester 2013/14 mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeit „Stadtbildungsprozesse in Flüchtlingslagern“ am Lehrstuhl Städtebau plant er eine Forschungsreise in die Flüchtlingslager des Tschads. Vor Ort möchte er untersuchen, wie Flüchtlingslager zu Städten werden und wie man diesen Prozess schon in der Planung berücksichtigen und im Nachhinein positiv beeinflussen kann. Der Architekturstudent sucht noch Unterstützung für sein Projekt! (Zusatzinfos HIER, Ablauf der Frist am 04.08.)

Flüchtlingslager sind als kurzzeitiger Ausnahmezustand geplant. Dieser Ausnahmezustand hält jedoch in vielen Fällen in den weltweit nahezu 1000 Flüchtlingslagern über Jahrzehnte an. In dieser Zeit wandeln sich die meist streng geordneten, temporären Zeltlager in auf Dauer eingerichtete städtische Siedlungen beachtlicher Größe.

Es entsteht ein komplexes Gewirr aus improvisierten Behausungen – die ursprünglichen Zelte werden mit haltbareren Materialien versehen oder ganz durch stabilere Bauten ersetzt – durchzogen von Straßen, kleinen Marktplätzen, vereinzelten öffentliche Einrichtungen und kleinen Läden.

Mehr als Notlager

In der Planung sind keine Pufferzonen innerhalb des Flüchtlingslagers für dieses Wachstum vorgesehen – ein Grund für Überbevölkerung und Platznot – noch gibt es ausreichend geplante Bereiche für gewerbliche Betätigungen und Bildungsmöglichkeiten. Immer wieder kommt es zu Konflikten innerhalb des Flüchtlingslagers aufgrund von unklaren städtebaulichen Strukturen.

Sollten Flüchtlingslager nicht vielmehr als temporäre Städte mit all ihren Anforderungen geplant werden, anstatt lediglich als Notlager? Oder würde damit die Bereitschaft von Ländern, die den Bau von Unterkünften für Flüchtlinge auf ihren Gebieten dulden, verspielt werden? In den beiden Flüchtlingslagern Djabal und Goz Amer im Osten des Tschads möchte Tobias Kusian dieser Frage nachgegangen werden.

Ergebnisoffen soll eruiert werden, ob das bisherige Planungsmodell überarbeitungwürdig ist. Im Idealfall sollen Ansatzpunkte für planerische Verbesserungen ausgemacht werden, die bei der Konzeption für zukünftige Flüchtlingslagern als Anregungen dienen können. Dabei ist auch zu klären, welche Ansprüche an die Planung eines Flüchtlingslagers überhaupt gestellt werden können und welche planerischen Ziele realistisch sind.

Suche nach Unterstützung

Die Flüchtlingsströme werden in den nächsten Jahren nicht abnehmen, genauso wenig wie die weltweit gewaltsamen Konflikte, die Menschen zur Flucht veranlassen. Der Aufbau von Flüchtlingslagern ist aktueller denn je.

Ohne Unterstützung kann Tobias Kusian seine Forschungsreise nicht realisieren, deshalb wirbt er auf der Crowdfunding Plattform sciencestarter um finanzielle Unterstützer. Das Konzept des crowdfundings lebt nicht nur von ein paar großen finanziellen Beiträgen, sondern vor allem von der Anzahl der Beträge. Deswegen ist schon jeder kleiner Betrag eine wichtiger Schritt in Richtung Realisierung. Im Gegenzug gibt es je Betrag ein Dankeschön: von der persönlichen Ausgabe der wissenschaftlichen Arbeit über das Mitbringsel aus dem Tschad bis hin zum persönlichen Forschungsreisebericht.

Unter folgendem Link können Sie Tobias Kusian nur noch bis 04.08.2014 bei seinem Vorhaben unterstützen.

Link: http://www.sciencestarter.de/fluechtlingslager

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